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Donnerstag, 27. April 2017

Osterferien im Libanon.


Endlich Ferien!
Nach einer letzten Minzlimonade hat sich Jan mit dem Auto auf den Weg zum Flughafen gemacht, um zurück in den Norden Deutschlands zu kehren. Zwei ereignisreiche Osterferienwochen liegen hinter mir. Mit meiner Rückkehr in den Beiruter Alltag endet nun auch die dreiwöchige Blog-Pause.
In den Tagen vor Jans Ankunft bin ich vornehmlich mit einem kurzen Essay und einer Klausur für die Uni beschäftigt. Dazwischen liegt außerdem ein kurzer Ausflug in das Begegnungszentrum 'Dar as-Salam', in dem ich mich gemeinsam mit meinem Kommilitonen Clemens einen Tag lang der Betreuung von fünf Kindern widme. Unter Leitung der
Kinderbetreuung
deutschen Gemeinde in Beirut findet dort ein Treffen der deutschen Pastoren statt, die in Gemeinden im Nahen Osten tätig sind. Für einen Tag übernehmen Maxie und Lydia die Kinderbespaßung, den zweiten Tag sind wir dran. Wir bemalen Ostereier, spielen Raumschiff-Expedition und 'Militär', und ich darf regelmäßig als Pferd durch den Garten galoppieren und die tobenden Piraten und Weltraumforscher auf meinem Rücken transportieren. Ein anstrengender und dennoch schöner Tag, der für eine gelungene Alltagsabwechslung sorgt. Während unseres Aufenthalts begegnet mir Torsten, ein junger Pfarrer der derzeit in Jerusalem tätig ist. Nachdem er mich mehrmals bittet, ihm am Wochenende die Stadt zu zeigen, nehme ich mir letztlich einige Stunden Zeit, um mit ihm durch die verlassene
Urlaub im Auto
Baalbek
Altstadt und das Ausgehviertel Gemmayzeh zu spazieren, und zwischendurch das Sursock-Museum zu besichtigen. Außerdem ist in der ersten Aprilwoche meine Schulfreundin Rike im Land, mit der ich mehrere Abende mit langen Gesprächen und gutem Essen verbringe. Bis endlich das Wiedersehen mit Jan ansteht, den ich zuletzt im Januar bei meinem Besuch in Deutschland gesehen hatte. Mit meinem großen roten Koffer, Wasserkocher und allerlei Krimskrams verlasse ich für zwei Wochen die N.E.S.T, und ziehe zunächst in ein kleines Apartment im östlichen Stadtteil Ashrafiyeh, in dem ich gemeinsam mit Jan unterkommen kann. In den ersten Tagen habe ich noch einige Uni-Angelegenheiten zu klären: Eine Klausur, Arabischunterricht und ein österlicher Gottesdienst im Rahmen der Hochschule stehen auf dem Programm, bevor wir Zeit finden um Beirut zu verlassen und gemeinsam mit Maxie und ihren Freunden Lena und Arian das Land zu bereisen. So beginnt der Urlaub entspannt mit ein paar Spaziergängen durch die Stadt, mehreren Kinobesuchen und einem kleinen Ausflug in die Jeita-Grotte.
1962 vs. 2017
Bereits am Wochenende steht der erste größere Ausflug an, der uns in die Bekaa-Ebene nach Baalbek führt. Während Lydia und Maxie die Stätte bereits auf einem früheren Ausflug besichtigt hatten, bietet sich mir das erste Mal Gelegenheit, die beeindruckenden Bauten zu bestaunen. Nachdem mein Vater bereits auf einer Busreise von Deutschland nach Jerusalem im Jahr 1962 einen Zwischenstopp in Baalbek einlegte, habe ich nun die Möglichkeit, eine seiner alten Fotografien am Originalschauplatz nachzustellen. In der Nacht zum Ostersonntag machen sich Lydia, ihr Freund Christian, Jan und ich auf den Weg durch Beirut, um einen orthodoxen Osternachtsgottesdienst ausfindig zu machen.
Batroun
Bei unserem Streifzug durch die Stadt soll sich allerdings herausstellen, dass lediglich die maronitischen Kirchen einen Mitternachtsgottesdienst anboten. Also lassen wir uns nach mehreren Versuchen letztlich in der großen maronitischen Saint Georges Kirche nieder, um die Prozession zu beobachten. Die kommenden zwei Tage genießen Jan und ich die Zweisamkeit bei Kaffee am Meer in der Sonne, bevor wir uns auf unsere Fahrt durchs Land machen. Maxie, Lena und Arian holen uns am Dienstagmorgen mit dem kleinen Auto ab, in dem uns Maxie in den kommenden Tagen über die holprigen Straßen kutschiert. Wir beginnen mit einem späten Frühstück in der kleinen Küstenstadt Batroun. Jan und Arian können es sich nicht nehmen lassen, von einer kleinen Brücke ins türkisblaue Meer zu springen, das uns von allen Seiten anzulächeln
Wanderung durchs Qadisha-Valley
scheint. Ein malerischer Ort, den wir wenig später erneut von oben betrachten, als wir wie vor einigen Wochen das leerstehende und unfertige 'Meeresinstitut' besteigen, um den Blick über die Dächer zu genießen. Wir fahren weiter nach Bsharre, den Herkunftsort des Dichters Khalil Gibran, in dem wir die kommenden zwei Nächte in einem kleinen Motel in einem Fünferzimmer unterkommen. Von dort machen wir einen kleinen Spaziergang durch ein Zedernreservat, und eine große Wanderung durch das zauberhafte Qadisha Tal. Auf den Bergen liegt im Norden noch Schnee, die Wasserfälle plätschern fröhlich und der Frühling sorgt für angenehme Temperaturen.
Auf der Weiterfahrt in den Süden machen wir
in der Nähe der Jeita-Grotte Halt, um die 'Hall of Fame' zu besuchen: Ein Wachsmuseum mit
Hassan Nasrallah und Bill Clinton aus Wachs
prominenten Figuren, die sich dank moderner Technik nicht nur bewegen sondern auch sprechen und singen. Ein bizarrer Anblick, den Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah neben den ehemaligen U.S Präsidenten Bill Clinton und George W. Bush in einem Raum vereint anzutreffen. Im südlichen Tyros beziehen wir eine geräumige Air'bnb Wohnung mit Blick aufs Meer. Lydia und ihr Freund Christian stoßen am Abend zu uns, und wir beenden den fahrtintensiven Tag mit dem Kartenspiel 'Wizard' und einem Bier an der Küste. Der
Besuch im Hisbollah-Museum
kommende Morgen führt uns erneut ins Hisbollah-Museum, bevor wir an den Strand von Tyros fahren, und den Rest des Tages in der Sonne genießen. Jan und Arian finden am Strand Verbündete zum Fußball spielen, während ich eifrig Muscheln sammle und Maxie und Lena eine kleine Selfie-Reihe machen. Auch am kommenden Tag kehren wir bei 32 Grad an den Strand zurück, doch trotz der Hitze lässt es sich an diesem Tag nur kurz am Meer aushalten, weil der Wind den Sand mit aller Kraft durch die Lüfte wirbeln lässt.
Am Strand von Tyros
Unglücklicherweise kollidiert mein Zeh kurz vor der Weiterfahrt mit einem Stein, und während Arian die eigentlich kleine Wunde professionell verarztet, falle ich bereits zum zweiten Mal im Laufe der letzten Monate in Ohnmacht. Blut sehen war leider noch nie meine Stärke. Für eine Falafel und einen Kurzbesuch der alten Souks machen wir Halt in Saida, bevor wir am Abend nach fünf Tagen nach Beirut zurückkehren. Nach einer kurzen Pause und unserem wiederholten Check-In in unserem Air'bnb in Ashrafiyeh beenden wir die gemeinsame Reise mit einem Bier in Mar
Bier in Mar Mikhael
Mikhael. Nachdem Jan und ich uns am kommenden Tag von der Reise erholen und das Haus lediglich für einen kurzen Einkauf verlassen, beschließen wir kurzerhand für die letzten Tage seines Aufenthaltes erneut ein Auto zu mieten. Die Benzin- und Mietautopreise sind günstig, und der Wagen macht uns im Land wesentlich flexibler. Am Montag beginnen wir unsere zweite Tour mit einem Frühstück auf den Ruinen des Tempels von Eshmun, einer alten Stätte der Phönizier. Wir sind – wie so oft – die einzigen Touristen und spazieren mit meinem Reiseführer von 1998 durch die Anlage, der uns Auskunft über die Geschichte des Ortes gibt. Im Anschluss
Tempel von Eshmun
fahren wir erneut in den Süden, um die Wasserfälle von Jezzine zu besichtigen und eine unfertige Kirche zu besuchen. Zwischen Müll und Wasserfall klettern wir über die Steine, und bestaunen den Ausblick auf die Berge. Mit dem Film 'Oceans 11' und Pasta mit Champignon-Tomaten-Sojasahnesoße geht der Tag friedlich zu Ende. Unser letzter Ausflug führt Jan und mich in das Shouf-Gebirge, das vornehmlich von Drusen und Maroniten bewohnt wird. Dort führt uns Google maps über Umwege durch das Gebirge nach Deir al-Qamar, eine kleine maronitisch geprägte Stadt, in der wir unter anderem eine leerstehende Synagoge besichtigen. Auf dem Weg in das ehemalige Gotteshaus werden wir von einer freundlichen Dame angesprochen, die uns die Synagoge zeigen möchte und uns wenig später auf einen Kaffee in ihr Haus einlädt. Gemeinsam mit ihrem Mann lebt sie in einem alten
Ehemalige Synagoge in Deir al-Qamar
Kirchgebäude. Als wir das Gebäude betreten, treffen wir auf eine weitere Reisegruppe junger Tänzer, die ebenfalls von dem freundlichen Paar eingeladen wurden. Eine gute Gelegenheit, ein wenig Arabisch zu hören und zu sprechen und außerdem selbstgemachtes Rosenwasser und Apfelsaft aus der hauseigenen Produktion zu erwerben.
Nach meinem dritten Glas türkischem Kaffee
Palast von Beit Eddine
brechen wir auf, um den Palast von Beit Eddine zu besuchen, der nur wenige Kilometer vom Ort entfernt liegt. Ein prächtiger Bau, in dem es viele Ornamente, Farben und Formen zu entdecken gibt. Zuletzt steht ein erneuter Besuch in Bakata an, einem kleinen drusischen Ort in der Nähe. Dort befindet sich der mystisch angehauchte drusische Friedhof, den Maxie und ich bereits vor einigen Monaten besichtigen konnten. Wie beim letzten Mal gehe ich in den gegenüberliegenden Friseursalon, um nach dem Schlüssel für das Areal zu fragen. Bedauerlicherweise ist der Chef des Ladens nicht anwesend, und so werden wir zunächst auf den kommenden Tag vertröstet. Da Jan am nächsten Tag jedoch
Auf dem drusischen Friedhof
bereits abreisen muss, laufen wir eine Weile um den abgesperrten Friedhof herum, um immerhin von Außen ein paar Symbole und Elemente zu entdecken. Wir stellen uns bereits auf die Rückfahrt nach Beirut ein, als Jan in einem kleinen Geschäft auf der Suche nach Briefmarken durch einen Zufall auf den Chef des Friseursalons trifft. Dieser hatte mich beim Betreten des Ladens sofort erkannt, und ließ es sich nicht nehmen, uns in Windeseile den Schlüssel zu organisieren, und mit uns über den Friedhof zu laufen. Jan war von der Symbolik und dem mystischen Grundkonzept der Anlage beeindruckt, und so wurde der letztlich überraschende Besuch wohl zu einem kleinen finalen Highlight.
Gestern begann für mich erneut der Alltag an der Uni, und Jan begleitete mich am Morgen in den Ethik-Kurs, bevor er mit dem Mietauto zum Flughafen fuhr und letztlich sicher in Deutschland landete. Eigentlich war der Plan, meinen Blog bereits gestern fertig zu schreiben – allerdings kam mir ein Besuch mit Lydia im Emergency Room dazwischen, die auf Grund einer verschleppten Blasenentzündung letztlich für einige Stunden mit Antibiotika am Tropf hing. Jetzt scheint es aber glücklicherweise wieder bergauf zu gehen. Der heutige Morgen
Sea-Castell von Saida
begann mit dem üblichen Arab-Israeli-Conflict Seminar an der AUB und mit einem unüblichen Gast: Der deutsche Botschafter des Libanons war anwesend, um einen Abriss über die politische Haltung Deutschlands gegenüber Israel und Palästina zu geben. Eine spannende Abwechslung zum gängigen Unterricht. Bedauerlicherweise findet in der kommenden Woche bereits die letzte Sitzung des Seminars statt. Nur noch wenige Wochen liegen zwischen mir und meiner Rückkehr, und noch immer ist einigermaßen unklar, wo es mich im Anschluss hinführen wird. In den nächsten Wochen werde ich mich neben dem Arabischunterricht vor allem mit einer Hausarbeit im Ethik-Seminar befassen. Das Thema steht noch nicht fest, mittlerweile habe ich aber immerhin eine gute Idee. Ich freue mich auf die letzten Wochen im libanesischen Alltag, und werde von Tag zu Tag gespannter auf meine noch ungewisse Zukunft in Deutschland.

Montag, 12. Dezember 2016

Warten auf ein Weihnachtswunder.


Die 99 Namen Gottes
Nachdem die vergangene Woche mit einem Ausflug ins Flüchtlingslager und einem Besuch der interreligiösen 'Adyan-Stiftung' begann, geht es am nächsten Morgen mit einem Vortrag im 'Institute for Woman's Studies in the Arab World' weiter. Bei Keksen, Tee und Taschentüchern stellt die dezent übermotiviert wirkende Leiterin das Institut vor, das es sich zum Ziel gesetzt hat, Frauen in der arabischen Welt eine Stimme zu geben. 
Am Abend steht eigentlich die finale Arabischstunde an, in der eine Abschlussklausur geschrieben wird. Da ich dank meiner Erkältung weder vorbereitet noch motiviert bin, beschließe ich auf die Prüfung zu verzichten und stattdessen mit einem Tee unter meiner Bettdecke vorlieb zu nehmen. Auch den kommenden Tag lasse ich, bis auf 2 ½ Stunden Ostkirchenseminar, vom Bett aus an mir vorüberziehen. Eine kurze Verschnaufpause, die mir zwischen all den Besuchen, Vorträgen und Gesprächen eigentlich ganz gelegen kommt.
Ornament in der Hariri-Moschee, Sidon
Nachdem wir bereits bei unserem Ausflug ins islamische Gericht Bekanntschaft mit dem Imam und Richter Sheikh Muhammad Abu Zeid gemacht haben, sollen wir in dieser Woche erneut mehrfach aufeinandertreffen. Anstelle von unserem Islam-Dozenten Dr. Ford übernimmt am nächsten Morgen der islamische Gelehrte die Unterrichtseinheit, um uns ein von ihm veröffentlichtes Werk vorzustellen, dass sich vorrangig mit der historischen Entwicklung des Jihad-Verständnisses und verschiedenen Perspektiven auf den Krieg in Syrien beschäftigt.
Blick aus der Hariri-Moschee, Sidon
Am Nachmittag verschwinden wir für einige Stunden in den Libanon vergangener Zeiten, als wir uns plötzlich im Wohnzimmer der libanesischen Autorin Emily Nasrallah wiederfinden. Eine der Frauen aus der Pastorengruppe - die für drei Monate ihr Sabbatical in Beirut macht – ist eine Freundin der Autorin, und hat die anderen Pastoren und Maxie, Lydia und in die geräumige und gemütlich warme Wohnung mitgenommen. Bei einer Tasse Tee und überkandierten Früchten, die uns von den zwei asiatischen Hausdamen serviert werden, hören wir der junggebliebenen Dame zu, die uns an ihrer Lebensgeschichte teilhaben lässt. Ihre Bücher - von denen ich bisher noch keines gelesen habe – handeln offenbar vor allem vom Leben in ihrem Heimatdorf und der Zeit des libanesischen Bürgerkrieges. Als erste Frau aus ihrem Dorf hat Emily in den 50er Jahren seinerzeit ihr Elternhaus verlassen, um in Beirut in ein anderes Leben einzutauchen. Die beeindruckende Frau erzählt mit unendlich scheinender Liebe von ihrem bereits verstorbenem Ehemann, und berichtet über die Höhen und Tiefen ihres Lebens im Libanon. Ihre leuchtenden Augen bestärken mich in meinem Vorhaben, nie aufzuhören Geschichten zu erzählen.

Besuch in der Hariri-Moschee
Glücklicherweise geht es mir am Freitag schon wieder etwas besser, sodass ich mich am Morgen gemeinsam mit Dr. Ford und den anderen Kursteilnehmern erneut auf den Weg nach Sidon machen kann, um am Freitagsgebet in der Moschee von Sheikh Muhammad teilzunehmen. Vor dem Gebet besuchen wir zunächst die pompöse Hariri-Moschee, die vom ehemaligen Premierminister Rafiq Hariri erbaut wurde. Die Räumlichkeiten bieten für unzählige Gläubige Platz. Mehrere tausend Betende nehmen dort am Freitagsgebet teil.


Freitagsgebet
Wir hingegen machen uns nach unserem Besuch auf den Weg in die Moschee von Sheikh Muhammad, und ich beobachte wenig später das Geschehen von der Frauenempore.
Nach dem Gebet werden wir mit Datteln und viel zu süßem 'Turkish Delight' herzlich willkommen geheißen, und in einem der Versammlungsräume außerdem zum Mittagessen eingeladen. Auch bei unserem zweiten Besuch in Sidon fühle ich mich in den sonnigen Straßen in der gemütlichen Hafenstadt sehr wohl. Bevor wir nach Beirut zurückkehren, steht noch ein kurzer Besuch im Seifenmuseum an, das von allen Seiten hoch gelobt wird. Tatsächlich ist die Gestaltung des Museums sehr ansprechend, wenngleich sich mein Interesse für die Entstehung der Seife in Grenzen hält. Am Abend erwartet uns an der N.E.S.T eine Gesangsstunde mit der Frau des Hochschulpräsidenten, die gleichzeitig die letzte Chorprobe vor unserem ersten offiziellen Auftritt darstellt. Einigermaßen abrupt wie überraschend wird die Probe allerdings vorzeitig abgebrochen, als es plötzlich zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Chorteilnehmer und der Leiterin kommt. Umso gespannter blicken wir dem kommenden Tag entgegen, an dem wir uns am Nachmittag in das Dorf Dhour El Choueir begeben.
Adventssingen im Harry Potter-Outfit
Dort findet ein interkonfessionelles Adventssingen in insgesamt vier Kirchen statt. Der Abend beginnt mit einer halbstündigen Veranstaltung in der protestantischen Kirche, die vom Präsidenten unserer Hochschule geleitet wird und in der wir zu unserer aller Belustigung in bordeauxroten Roben zwei Lieder zum Besten geben. Die repräsentative Veranstaltung, die nicht nur christliche Stimmen, sondern auch einen muslimischen Chor auf dem Programm stehen hat, wird von einem christlichen Fernsehsender und einigen Politikern begleitet.
Gewappnet mit heißer Schokolade und allen warmen Kleidungsstücken, die mein Schrank so hergegeben hat, geht es direkt weiter zu den Maroniten, bei denen die Reihen deutlich besser gefüllt sind als bei uns. Außerdem statten wir auch dem griechisch-orthodoxen Männerchor einen Besuch ab, bevor wir es uns bei Crêpe und deutscher Bratwurst gut gehen lassen. In der griechisch-katholischen Kirche gibt es für uns keinen Platz mehr, weil dort eine bekannte libanesische Sängerin auftritt, die an diesem Abend alle Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Den krönenden Abschluss allerdings lassen wir uns dennoch nicht entgehen: Im Zentrum des Ortes steht ein riesiger Weihnachtsbaum aus Plastik, der mit theatralischem Operngesang und einem riesigen Feuerwerk elektrisch zum Leuchten gebracht wird. Für einige Minuten macht das Lichtermeer am Himmel die Nacht zum Tag, und lässt die Kälte der Berge für einen Moment vergessen. Der erfolgreiche Abend wird mit einem Tee im Café Prag mit Maxie und Nabil und einer extra Portion Schlaf reichlich belohnt.
Feuerwerk in Dhour El Choueir
Den dritten Advent verbringe ich an der N.E.S.T, um mich nach den vielen Besuchen wieder der Universität und einigen Erledigungen für Deutschland zu widmen. Apropos Deutschland: Im Grunde hoffe ich darauf, bereits in der kommenden Woche am Freitag in den Flieger zu steigen, um Heiligabend und den Start in das neue Jahr mit Freunden und Familie zu verbringen. Momentan ist diese Reise jedoch noch einigermaßen ungewiss, da ich bislang auf mein Visum warte. Seit über 2 ½ Monaten befindet sich mein Reisepass nun bereits auf einem Amt, das aus mir unerfindlichen Gründen noch nicht die Zeit dafür gefunden zu haben scheint, mir und meinen ausländischen Kommilitonen den entsprechenden Sticker in den Pass zu kleben. Nun bietet sich in dieser Woche die Möglichkeit, auf legalem Wege einen Aufpreis zu bezahlen, um den Prozess zu beschleunigen. Wenn alles klappt müsste das Dokument dann einen Tag vor meiner Abreise abholbereit sein. Da ich nach der ein oder anderen Erfahrung im Nahen Osten allerdings aufgehört habe, offiziellen Zeitangaben zu glauben, bleibt mir nur zu hoffen, dass ein kleines Weihnachtswunder geschieht.
Maronitischer Chor beim Adventssingen
Der Abend steht im Zeichen der armenischen Studierenden, die mit uns an der N.E.S.T leben und zu einem groß angekündigten Barbecue einladen. Die Veranstaltung erinnert mich stark an vergangene Feierlichkeiten während meines Freiwilligendienstes am Internat: Die armenischen Studentinnen haben sich hübsch gemacht, es gibt jede Menge Fleisch auf Plastiktellern und Softgetränke aus Plastikbechern. Nach dem großen Mahl gibt es laute Musik und mehr Müll als Reste. Ein Traum einer jeden – einigermaßen umweltbewussten - Durchschnittsdeutschen, die auch hier bei jedem Besuch im Supermarkt dafür belächelt wird, wenn sie mit Stoffbeutel in der Hand die Plastiktüte dankend ablehnt.
Griechisch-Orthodoxer Chor beim Adventssingen
Die neue Woche startet mit einem Ausflug in die kleine Bibliothek des Sursock-Museums, das sich in Gemmayzeh befindet. Ursprünglich bestand die Überlegung, nun endlich die Räume des deutschen Orient-Instituts zum Lernen zu nutzen – allerdings wurden wir bei unserer Ankunft bereits ein zweites Mal von einer Konferenz überrascht, wegen der die Bibliothek geschlossen blieb. Da ich einen Tag vor meiner (hoffentlich) bevorstehenden Abreise nach Berlin noch ein Referat über den muslimischen Denker Tariq Ramadan halten muss, verbringe ich fünf Stunden über einem seiner Aufsätze, der sich mit der Sharia und Muslimen in Europa befasst. Kurz vor dem Abendessen lädt die deutsche Gemeinde außerdem zu Glühwein und Stollen, um sich bei den Helfern des Weihnachtsmarktes zu bedanken. Als ich den Raum betrete, habe ich das Gefühl den Altersdurchschnitt der Veranstaltung deutlich zu senken – an diesem Abend besteht die Gemeinde in erster Linie aus einer Runde älterer Damen. In den Wochen der Vorbereitung sind uns aber auch immer wieder jüngere Mütter aus Deutschland begegnet, die aus verschiedensten Gründen im Libanon sind und ihre Zeit nicht nur den Vorbereitungen für den Basar, sondern auch der Gemeindearbeit mit Kindern widmen.

In den nächsten Tagen steht vor allem die Vorbereitung meines Referats auf dem Programm, außerdem findet am Freitag die große Weihnachtsfeier statt, für die wir seit Wochen Adventslieder einstudieren und die den Abschluss des Programms für die Pastoren darstellen wird. Für den vierten Advent planen Lydia, Maxie und ich den Besuch eines armenischen Gottesdienstes, um den letzten ausstehenden Ostkirchen-Bericht fertigzustellen, bevor ich in der kommenden Woche hoffentlich nach Deutschland fliegen kann. Während der Advent für die meisten Christen also die Zeit der Erwartung auf die Geburt Jesu und das Fest unterm Weihnachtsbaum ist – bleibt es für mich die Zeit der Erwartung auf mein Visum und die Hoffnung auf ein kleines Weihnachtswunder.

Montag, 5. Dezember 2016

Shitty Shitty!


Headquarter der armenisch-orthodoxen Kirche, Beirut
Während mich aus Deutschland nebelweiße Bilder erreichen, die gruselige Temperaturen erahnen lassen, werden wirt noch immer mit strahlendem Sonnenschein verwöhnt. Dennoch aber wird es auch hier langsam kühler, und die vergangene Woche hielt die ersten Regentage für uns bereit, die Beirut in ein graues Licht tauchten. Weil es kein vernünftiges Abflusssystem gibt, steht das Wasser auf den Straßen – und weil ich im Blick auf 300 Sonnentage in den Libanon geflogen bin, ohne an die 65 Regentage zu denken, verlasse ich das Haus zunächst ohne Regenschirm. Ein Fehler, für den ich momentan mit einer nervtötenden Erkältung bezahlen muss.
Langsam aber sicher bewegen wir uns auf die Weihnachtsferien zu – bis dahin stehen noch einige schriftliche Reflexionen, ein Referat und erste Klausurvorbereitungen auf dem Programm. In der vergangenen Woche habe ich mir neben den regulären Unterrichtseinheiten Zeit für zwei Berichte genommen, in denen ich mich mit zwei Ostkirchen-Besuchen beschäftigt habe. Am Dienstagabend verzichten Lydia, Maxie und ich auf das universitäre Abendessen, und gehen stattdessen mit Maxie's Besuch und einem libanesischen Bekannten von Lydia etwas essen. Nach einer etwas abstrusen Diskussion, in der uns unsere libanesische Begleitung versucht zu erklären, dass die arabische und die hebräische Sprache keinerlei Gemeinsamkeiten haben, sondern die hebräische Sprache vielmehr jegliche Ähnlichkeiten schlichtweg aus dem Arabischen geklaut habe, kehren wir zurück nach Hamra. Für Maxie endet der Abend bedauerlicherweise mit einem schwer verdorbenen Magen und einem Kurzbesuch im Krankenhaus.

Im Museum der Armenier
Somit fällt für sie der Ausflug in die armenische Kirche flach, der für den nächsten Tag angesetzt ist. Es wird der letzte Ausflug im Rahmen unseres Seminars über die Ostkirchen. Zunächst besuchen wir das 'Headquarter' der armenischen Kirche im Libanon, in dem wir ein Museum besuchen und uns mit einem Priester unterhalten. Da die Armenier immer wieder Verfolgungen ausgesetzt waren, die sie dazu zwangen zu fliehen, ist der Nahe Osten zu einem wichtigen Zentrum der Kirche geworden. Auch an der N.E.S.T gibt es zahlreiche Armenier, die in Beirut ausgebildet werden, weil hier armenische Traditionen in den Kirchen bestehen geblieben sind, die in Armenien durch die anti-kirchliche Prägung in der Sowjetunion verdrängt wurden.
Museum über den armenischen Genozid, Byblos





Im Anschluss machen wir uns auf den Weg nach Byblos, um dort ein erst kürzlich eröffnetes Museum zu besuchen, in dem der Genozid an den Armeniern in Texten und Bildern dokumentiert ist. Das Schicksal der Armenier erinnert mich in vielerlei Hinsicht an die jüdische Geschichte, die einige Parallelen aufzuweisen scheint. 

Auf dem Weg zum Sufi-Treffen
Es ist dunkel und verregnet, als wir in Byblos über das neu errichtete Gelände spazieren, und auch am nächsten Morgen werden wir von Donner und schweren Regenfällen geweckt. Nach einer Stunde Einführung in den Islam mache ich mich mit Lydia und einigen deutschen Pastorinnen auf den Weg zu einer spirituellen Begegnung: Auf unserem interreligiösen Ausflug in die Akkar Ebene lud eine der muslimischen Frauen dazu ein, an einem wöchentlichen Treffen zum sufistischen Gebet teilzunehmen. Unsere Straße, die auch an trockenen Tagen eine von Autos verstopfte Katastrophe ist, wurde durch den Regen zu einer einzigen Unmöglichkeit. Trotzdem beschlossen wir zunächst, uns in ein Taxi zu wagen, um dem Regen zu entkommen. Nach zwanzig Minuten im Auto, in denen wir uns vielleicht zwanzig Meter vorwärts bewegt hatten, zersprang plötzlich die hintere Fensterscheibe des Wagens und übersäte eine der Pfarrerinnen mit Glasscherben, ohne sie dabei zu verletzen. 
Der Taxifahrer, der außer sich vor Wut einem vorbeifahrenden Motorradfahrer die Schuld für die Misere gab, hatte nun jedenfalls zunächst andere Dinge zu tun, als uns weiter im Schneckentempo durch den Regen zu fahren. Da uns der Stau jede Menge Zeit geklaut hatte und die Zeit immer knapper wurde, beschlossen wir, das Verkehrschaos zu umgehen und stattdessen den Regen in Kauf zu nehmen. Trotz geliehenem Schirm landeten wir mit nassen Schuhen und Hosen ein paar Minuten zu spät bei den Frauen, dich sich zum Gebet getroffen hatten. Wir trafen auf viele bekannte Gesichter von unserem Ausflug in den Norden, und ich staunte nicht schlecht als sich herausstellte, dass eine der älteren Damen – die mich bereits bei unserem Tagestrip aufgrund ihrer faszinierenden Ausstrahlung beeindruckt hatte – die religiöse Führung des Gebets übernahm, und offenbar eine Art 'Guru-Position' innehat. Ganz in weiß gekleidet und in ein helles Kopftuch mit silberbunt leuchtenden Pailletten gehüllt, liest sie aus einem alten, zerfledderten Sufi-Buch, und teilt ihre Gedanken über den Text mit ihren Zuhörerinnen. Wir erhalten jeweils eine Übersetzung ins Englische.
Normalerweise, so wird uns erzählt, kommen um die zwanzig Frauen zum wöchentlichen Gebet. Heute sind es vielleicht acht. „Shitty, shitty“ - sagt eine Frau, die auf einem Sofa sitzt und mit ihrer Hand nach draußen zeigt. Wir lachen. „Shitty“ ist das Libanesisch-Arabische Wort für Regen, den die Frau für die Abwesenheit weiterer Teilnehmerinnen verantwortlich macht. Ein besseres Wort hätte man nicht erfinden können, um meine Gefühlslage gegenüber nasskaltem Regen und grauen Wolken treffender in Worte zu fassen. 

 
Das Gebet wird zu einer besonderen Begegnung, als die Frauen eine Sufi-Meditation durchführen, bei der auch wir aufgefordert werden, aufzustehen und mitzumachen. Die Frauen singen und trommeln, bewegen sich rhythmisch im Takt und tanzen und atmen sich langsam aber sicher in einen tranceähnlichen Zustand. Auch wenn ich mich lediglich mit den Frauen bewege, ohne den Atemrhythmus zu übernehmen, der einer Hyperventilation gleich zu kommen scheint, so ist es doch eine sehr intensive und teils befremdliche Erfahrung, derart nah am Geschehen teilzuhaben. Das Treffen endet mit Kaffee für alle und Wasserpfeife für die libanesischen Frauen, die sich über Gruppenfotos freuen, solange sie unter dem Koran und nicht der Wasserpfeife festgehalten werden.




Spaziergang durch Sidon
Am kommenden Tag bleibt mir endlich Zeit, mich an meine Texte für die Uni zu setzen, bevor wir Maxie und ich am frühen Abend in die American University gehen, um uns einen Vortrag von Patrick Cockburn, einem irischen Journalisten, über internationalen Journalismus in Syrien und im Irak anzuhören. Eine Veranstaltung, nach der sich mein Erkenntnisgewinn eher in Grenzen hält, wenngleich es immer wieder spannend ist, den leicht elitär wirkenden, politikwissenschaftlichen Nachwuchs an der American University zu beobachten. Nach dem Abendessen treffen wir uns außerdem mit Uwe Gräbe, der bei der EMS (Evangelische Mission in Solidarität, meine Entsendeorganisation) für uns zuständig ist, und für mehrere Konferenzen in den Nahen Osten gekommen ist. Bei einem Bier erzählen wir über unsere Eindrücke und Erfahrungen der ersten zwei einhalb Monate, sprechen über die Dynamik in unserer Gruppe und über theologische wie auch politische Differenzen. 


Hafen von Sidon
Am Samstag machen wir uns am Morgen auf den Weg in den Süden des Landes, um in Sidon ein islamisches Gericht zu besuchen. Wir sind mit unserem Islam-Dozenten Dr. Ford und einer libanesischen Studentin unterwegs, die sich intensiv mit islamischem Recht befasst. Wir besuchen nicht nur das Archiv des Hauses, sondern dürfen auch aktiv an den Verhandlungen teilnehmen, die uns die libanesische Studentin übersetzt. Wenngleich der Sheikh und Richter in erster Linie für finanzielle Anliegen zuständig ist, sind es häufig familiäre Angelegenheiten, die teils leise und teils lauthals vor uns verhandelt werden. 

Islamisches Gericht
Besonders emotional ist ein Fall, in dem ein Vater als Vertreter für seinen verheirateten Sohn erscheint, der seine Ehefrau offenbar geschlagen hat, die mit ihren Eltern erschienen ist. Die Frau ist mit einer Tochter schwanger, die sie offenbar selbstständig versucht hat abzutreiben, da sich der Ehemann offenbar einen Sohn wünscht, und der anwesende Vater außerdem damit droht, das Kind auch nach einer Scheidung zu sich und dem Mann holen zu wollen. Geschichten, die das Leben schreibt – und die sich selbst Fernsehrichter nicht schöner hätten ausdenken können.

Altstadt von Sidon
Gemeinsam mit dem freundlichen Sheikh spazieren wir nach den Verhandlungen durch die alten Souks der alten Stadt, die malerisch am Meer gelegen ist, und mich durch ihre alten Häuser und kleinen Gassen zu beeindrucken weiß. Nach einem überteuerten Mittagessen mit Meerblick in der Sonne kehren wir am Abend zurück nach Beirut.
Ich bin dankbar, als ich am Sonntag nach den zahlreichen Begegnungen ausschlafen kann, und verbringe den Tag vor dem Computer, um einen Bericht über meinen Gottesdienstbesuch der griechisch-orthodoxen Kirche zu schreiben.

Besuch im Flüchtlingslager
Auch die neue Woche beginnt mit einem ereignisreichen Tag, der am frühen Morgen mit einem Ausflug ins Flüchtlingslager führt. Endlich haben Maxie und ich Gelegenheit, gemeinsam mit den deutschen Pfarrern ein christliches Zentrum zu besuchen, in dem palästinensische Kinder, Jugendliche und Erwachsene gefördert und ausgebildet werden. Dort werden wir voraussichtlich ab Mitte Januar nach meiner Rückkehr aus Deutschland ehrenamtlich arbeiten.
Im Vergleich zur ersten Organisation, in der wir einige Wochen Englischnachhilfe gegeben hatten, scheint es hier wesentlich gesitteter zuzugehen. Die Kinder sitzen ruhig auf ihren Plätzen und begrüßen uns mit Liedern und strahlenden Augen. Nach einer Führung durch das Zentrum und einem langen Spaziergang durch die Tiefen des armseligen Camps vereinbaren wir einen ersten Termin, um den Ort bei einem zweiten Besuch noch besser kennenzulernen. 
Sonne und Zuckerwatte in Sidon

Mit Schnupfen und einem dicken Schädel meine ich für diesen Tag ausreichend Eindrücke gesammelt zu haben. Allerdings ist für den Nachmittag und frühen Abend ein weiterer Termin angekündigt, der uns in das Haus der 'Adyan'-Stiftung führt. Trotz Müdigkeit und Schnupfnase bereue ich es keine Sekunde, mich an diesem Tag ein zweites Mal aus dem Haus bewegt zu haben: Die interreligiöse Organisation, die sich Pluralismus und die Förderung eines guten Zusammenlebens auf die Fahnen geschrieben hat, entspricht auf den ersten Blick allen Kriterien eines für mich passend erscheinenden Arbeitgebers: Der Stiftung scheint es zu gelingen, akademisch religionswissenschaftliche Arbeit mit politisch-gesellschaftlichen Themen zu verknüpfen und dabei die spirituelle Ebene nicht außer Acht zu lassen. 

Kreuzfahrerburg in Sidon


Die Lebensgeschichte der Mitgründerin, mit der wir zum Gespräch an einen Tisch gekommen sind, erinnert mich in vielerlei Hinsicht an meine eigene. Die sympathische Muslima ist in einem religiös gemischten Umfeld aufgewachsen, hat eine christliche Schulbildung genossen und studierte später Religionswissenschaft, bevor sie 2006 mit anderen Christen und Muslimen die Stiftung gründete. Das Treffen mit ihr und dem Leiter der Organisation war bisher definitiv ein Highlight unter unseren zahlreichen Begegnungen. 

Mittagessen mit Meerblick in Sidon
Maxie, Lydia und ich sind von der Organisation sehr angetan, und hoffen, auch in Zukunft erneut ins Gespräch kommen zu können.
Mit Norah Jones und einer Packung Taschentücher nutze ich nun die Abendstunden, um die Erlebnisse der letzten Tage mit euch zu teilen und merke dabei, wie sich die Ereignisse überschlagen und wie viele Bilder und Eindrücke in der kurzen Zeit seit Jans Abreise auf mich eingerieselt sind.
Auch die folgenden Tage könnten kaum vollgestopfter sein. Allerdings erwäge ich, die ein oder andere Begegnung ausfallen zu lassen, um mit viel Tee und Schlaf erst Mal wieder fit zu werden, bevor die bunten und dunklen Eindrücke auf mich einprasseln werden, wie dicke, fette Regentropfen.